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Abenteuer Machu Picchu

Ein Abenteuer, begonnen um Geld zu sparen, denn der „normale“ Weg zum Machu Picchu zu gelangen, gestaltet sich fuer auslaendische Touristen zur Abzocke Nr. 1 auf meiner Reise bisher!

Der Zug zum Machu Picchu kostet fuer Auslaender fuer Hin- und Rueckfahrt 73$, fuer Peruaner 10$.
Deshalb kamen wir auf die glorreiche Idee mit ein paar Freundinnen von hier, mit dem Bus zum 82. Kilometer (von 110) zu fahren und den Rest zu laufen.
Am Km82 beginnt der offizielle Inka-Trail, auf dem man fuer teures Geld drei Tage zum Machu Picchu wandern kann. Dieser ist aber mittlerweile auf 500 Personen pro Tag beschraenkt und deshalb bis Ende September ausgebucht.
Unser Weg gestaltete sich ueber die Zuggleise, den gleichen Weg, den etwa 10 Zuege pro Tag nehmen. Natuerlich ist dieser Weg verboten, dennoch einer von zwei moeglichen Wegen nach Machu Picchu ohne den Zug nehmen zu muessen.
Der Weg war superlustig, die Charaktere, ich, Markus (ein Oesi aus Salzburg, supercooler Kerl) und drei Artesanas (Laura (eine Freundin, die ich schon letztes Jahr in Nordperu kennen gelernt habe), Juana (eine durchgeknallte und etwas zu relaxte Freundin aus dem Hochland Perus) und Amazonas (was nicht ihr richtiger Name ist, aber sie kommt aus dem Amazonas Gebiet, aus einem entlegenen Dorf, ist sehr spirituell und hatte immer ihren Hasen und ihren kleinen Raubvogel dabei, war voelligst abgedreht und etwas anstrengend, aber dazu spaeter mehr)).

Wenn der Zug kam, was zum Glueck durch hupen angekuendigt wurde, sprangen wir von den Gleisen in die Buesche, oder eben an den weitestmoeglichen Rand. Es ist nie was passiert, der Weg ist gut ausgebaut, auch fuer Fussgaenger. Wir hatten ueberlegt auf dem Weg irgendwo zu zelten, hatten aber leider nur 1 Zelt fuer 2-3 Personen. Also haetten 2 draussen schlafen muessen, im subtropischen Klima auf 2000 m, mit giftigen Schlangen usw. usw. =)
Wir haben aber auf dem Weg zum Glueck noch einen Argentinier und einen Uruguayer kennen gelertn und uns im Endeffekt auf 2 Zelte verteilt. Die 28km bis nach Aguas Calientes (dem Dorf vor Machu Picchu) haben wir in einem 10 Stunden Mega-Walk an einem Tag hinter uns gebracht.

Am naechsten Morgen stand die Besteigung des Machu Picchu bevor. Auch hier kann man den Touribus nehmen (12$ Return), oder laufen, was einem ca. einstuendigen Treppensteigen entspricht (die Hoehe stegt dabei von 2000 auf 2500 m an, was das Laufen und Atmen noch erschwert).
Oben angekommen wollte ich mit meinem gefaelschten Studentenausweis aus Thailand billiger in Machu Picchu reinkommen, was der Polizeimann natuerlich direkt unterbunden hat. (Ich musste also statt dem Studenteneintritt von 20$, 40$(!!!) bezahlen, Peruaner bezahlen (10$ bzw. 20$).
Im Endeffekt war es egal, wir waren drinnen und es ist atemberaubend… Ich hoffe, ich kann bald Fotos hochladen, denn das war wirklich ein weiterer Hoehepunkt meiner Reise…

Die naechste Nacht haben wir im Hostal verbracht, von dem die drei Maedels am naechsten Morgen mit dem Zug zurueck gefahren sind (wie gesagt, eine Fahrt 6,50$ pro Person fuer Peruaner).
Wir (Markus und ich) haben uns auf eine weitere Wanderung gemacht vom km110 bis zum km128 von dem aus Busse nach Cuzco aufbrechen sollten! (Der Zug fuer uns haette fuer eine Fahrt 47$ gekostet!)
Am km128 angekommen mussten wir in einem Lastwagen nach Santa Teresa, dem naechsten Dorf trampen. Diesen Weg legen viele Touristen und Peruaner zurueck um den Zug zu sparen, er ist also mehr oder weniger legal und die LKW-Fahrer nehmen jeden gegen ein kleines Trinkgeld mit.
In St. Teresa angekommen wollten wir so schnell wie moeglich weiter. Man sagte uns aber, dass es einen Erdrutsch gegeben hat und die normale Route nach Cuzco fuer mindestens 20 Tage gesperrt sei. Es bliebe uns aber ein Weg ueber Quillabamba, der Minibus fahre heute nachmittag vielleicht noch ab! Natuerlich hatte der Minibusfahrer aber keine Lust mehr nach Quillabamba zu fahren, weshalb wir die Nacht im Hostel bleiben mussten (natuerlich ohne Zahnbuerste, Seife, Deo, frische Klamotten, alles halt, weil wir das den Maedels im Zug mitgegeben hatten um es nicht herumzuschleppen).
Also fuhren wir mit dem ersten Bus nach Quillabamba, von dort aus auf einen 14 Stunden Busmarathon nach Cuzco, mit einer einstuendigen Panne, die schnell mit auseinandergeschnittenen Ersatzreifen und Schraubenzieher geflickt wurde und ueber eine Strecke, wie ich sie noch nie gesehen habe.

Ich habe ja schon gefaehrliche Strecken gesehen, aber diese Strecke, genau die Breite von 2 Bussen (mit 10 cm Zwischenraum) hat mir schon oefters den Atem geraubt. Nachdem wir durch ein wunderschoenes Tal an mindestens 10 anderen Bussen und LKWs vorbei geschrammt sind, sind wir dann abends endlich total uebermuedet in Cuzco angekommen! Es war definitiv eine Erfahrung wert, wenn nicht sogar das Highlight meines Trips, denn wie ihr wisst, hasse ich diesen Touri-Ottonormalbuerger-Tour-Krams…

Dennoch fahre ich morgen mit einem halbluxurioesen Bus nach Lima um statt 22 nur 18 Stunden zu fahren =)

Entschuldigt meinen Schreibstil, aber ich kann mich grad nich recht konzentrieren =)

Bald mehr!

Geschrieben von André am 30. Juni 2007 | Abgelegt unter Peru | Kommentare deaktiviert für Abenteuer Machu Picchu

Cuzco, Inti-Raymi und meine Freunde von der Polizei

Heute ist es endlich so weit, der 24. Juni, Inti Raymi in Cuzco, angeblich eine der Top 10 Partys weltweit.

Der halbe Tag ist rum, wir sind heute morgen auf einen Huegel etwas ausserhalb von Cuzco gestiegen, wo eine Zeremonie mit Taenzen, Theater usw. stattfinden sollte.

Es gibt die Moeglichkeit ca. 60$ zu bezahlen um direkt vorne auf aufgestellten Sitzen zu sitzen, oder man muss auf einen Huegel steigen um alles in klein, aus der Ferne, so gut wie ohne Ton und fuer umsonst hoeren zu koennen.
Das hat mich mal wieder so sauer gemacht!!! Das ist eine Inka Party, fuer die Locals und dann wird natuerlich direkt wieder Geld rausgeschlagen und die Party wird auf die Reichen Peruaner und die Gringos beschraenkt…
Alles in diesem beschissenen Kontinent dreht sich nur um Geld, jeder versucht jedem soviel wie moeglich aus der Tasche zu ziehen… Die Polizei ist hoechtskorrupt, egoistisch und schert sich einen Mist um Menschen und deren Leben. Und wer ist schuld?? Die Leute hier koennen nix dafuer, sie brauchen ja Geld um zu leben und die Regierung und das System hier lehrt sie ja nichts anderes… Aber vor allem sind die dekadenten reichen Laender in Europa und Nordamerika Schuld, denn dort ist das Geld, jeder hat zuviel und an anderen Enden fehlt es… Die Leute hier arbeiten fuer westliche Firmen zu Hungerloehnen, nur damit WIR alles billiger haben koennen…

Ich weiss nicht, ob von euch schon einmal jemand den Film „Die Reisen des jungen Che“ gesehen hat, wenn nicht schaut ihn euch an!! Ich habe ihn hier gesehen und ich kann mich verdammt gut mit Ernesto Guevara de la Serna (Che Guevara) und seiner Einstellung identifizieren, mit dem Unterschied, dass ich niemals in meinem Leben eine Waffe in die Hand nehmen wuerde.

Auf jeden Fall ist es verdammt hart, diese Scheisse hier zu sehen… Machu Picchu kostet um die 80$ (allermindestens) um mit Aufwand dorthin zu kommen… Das ist fast ein Monatslohn hier, das heisst, die meisten Peruaner aus Cuzco und generell, haben ihr Wahrzeichen noch NIE in ihrem Leben gesehen… Und das ist nur wegen einer erfundenen und voellig abstrakten Sache wie Geld…
Gut, ich koennte mich stundenlang ueber all das aufregen…
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Ich habe ein paar super coole Artesanos getroffen (Leute, die Schmuck usw. herstellen und verkaufen, davon leben und reisen), die sind wie ein eigenes Volk, super sozial zueinander und jeder hilft jedem, Geld spielt einfach keine Rolle! Wer gerade etwas hat, gibt es, weil er weiss, das naechste Mal hat jemand anderes wieder was. Diese Leute haben keine Klischees, unterliegen keinem Gesellschaftskodex usw. usw.
Das macht sie natuerlich bei der Polizei verhasst, die ihnen teilweise den Eintritt in Strassen verwehrt oder sie von touristischen Plaetzen vertreibt, wenn sie dort verkaufen wollen. Und warum?? Weil sie nicht, schon gesetzestreu, einen Laden haben, Steuern bezahlen und das System unterstuetzen…

Egal =) Ein paar Einblicke in die Gedanken, die mich heute den ganzen Tag beschaeftigt haben.

Jetz gehe ich lieber mit den anderen einen trinken =)

Geschrieben von André am 24. Juni 2007 | Abgelegt unter Peru | 1 Kommentar

Cuzco: Happy New Year!!!

Ein froehliches neues Jahr (der Inkas) wuensche ich euch allen!! Das haben wir naemlich am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende gefeiert! Ich bin jetzt in Peru, genauer gesagt in Cuzco, der Hauptstadt des verdammt beeindruckenden Inka-Reiches.

Morgen findet hier das Sonnenfest, Inti-Raymi statt, das groesste Fest, das die Inkas im Jahr feiern.

Nachdem ich La Paz verlassen habe, sind wir zum Titicacasee, dem hoechstgelegenen schiffbaren See der Welt (!!) gefahren. Dort haben wir ein paar Tage verbracht, sind etwas gewandert und ich habe mich erkaeltet und gleichzeitig einen Sonnenbrand gekriegt! Auf 3800 m brennt die Sonne tagsueber verdammt stark und nachts faellt die Temperatur fast auf 0 Grad ab!

Nach anstrengenden 11 Stunden Busfahrt bin ich nun in Cuzco, einer wirklich wunderschoenen Stadt in der es momentan von Partys nur so wimmelt!
Der alte Stadtkern ist in einer Pumaform gebaut worden, dem heiligen Tier der Inkas. Das ironische allerdings ist, das an der Plaza de armas (dem Hauptplatz) gleich zwei riesige Kathedralen gebaut worden sind 🙂
Ich werde noch zwei Tage die Festivitaeten verfolgen, bevor ich am 25. oder 26. auf eine Tour zu den groessten Inka-Ruinen der Welt (und hoffentlich bald einem der neuen Weltwunder) aufbrechen werde! Machu Picchu, der Stern des Inka-Reiches!

Danach geht es in einer Marathonreise von 20 Stunden nach Lima, nach ein paar Tagen erneut 23 Stunden bis nach Cuenca, Ecuador!

Bis dahin,
petri heil

Geschrieben von André am 23. Juni 2007 | Abgelegt unter Peru | Kommentare deaktiviert für Cuzco: Happy New Year!!!