{"id":67,"date":"2007-07-22T21:11:22","date_gmt":"2007-07-22T20:11:22","guid":{"rendered":"http:\/\/katzi-online.de\/wordpress\/?p=67"},"modified":"2009-06-02T21:42:46","modified_gmt":"2009-06-02T20:42:46","slug":"ecuador-eine-busfahrt-wird-zum-albtraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/?p=67","title":{"rendered":"Ecuador: Eine Busfahrt wird zum ALBTRAUM!!!"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war es soweit. Ich habe Cuenca und meine Freunde verlassen und mich auf die 9-stuendige Reise nach Quito begeben.<br \/>\nNach einer kleinen Abschiedsszene im Terminal bestieg ich den ungewoehnlich komfortablen und modernen Bus und begann die Reise zu geniessen.<br \/>\nDoch die Reise sollte nicht so schoen bleiben, wie sie begonnen hat. Sie sollte sich mehr zu einem Albtraum und der schlimmsten Erfahrung, die ich auf meiner ganzen Reise gemacht habe entwickeln. Vielleicht ist es sogar eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens.<\/p>\n<p>Nach ca. 2 1\/2 Stunden Busfahrt stoppt der Bus ploetzlich und ich werde von einem schleifenden Geraeusch geweckt. Niemand sagt etwas, doch auf einmal bittet uns die &#8222;Stewardess&#8220; den Bus zu verlassen. Draussen sehe ich, dass der hintere rechte Reifen abgefallen ist. Unter dem Bus liegt der eine von zwei Fahrern und bewegt sich nicht. Nach kurzer Zeit realisiere ich, dass er unter dem Bus festgeklemmt ist, weil beim Reifenwechsel wohl der Bus runtergekracht ist. Wir stoppen einen Lastwagen, der uns einen Reifenheber leiht (denn der Bus hatte keinen dabei, warum auch immer). Wir ziehen den Mann unter dem Bus raus, aber er bewegt sich nicht. Einige Leute fuehlen den Puls, versuchen Wiederbelebung, aber vergeblich. Er lag bestimmt schon 10 Minuten eingeklemmt unter dem Bus und hat nichts gesagt, nicht einmal gestoehnt oder geschrien, als der Bus auf ihn gefallen ist. Es muss ihm also wohl direkt irgendein lebenswichtiges Organ zerdrueckt haben. Die Dorf-Polizei auf Patroullie kommt angefahren. Wir stoppen sie, sie kommen, schauen sich alles an, als uns klar wird, dass alle 3 Beamten BETRUNKEN sind!!! Wir schreien sie an, das sie gefaelligst etwas machen sollen, aber in ihrem Zustand steigen sie einfach nur in das Polizeiauto und fahren weg!!!<\/p>\n<p>Die Passagiere versuchen die Polizei und die Ambulanz anzurufen, aber erst nach bestimmt 10 Versuchen erreichen wir jemanden. Wir erklaeren, dass die Polizei vor Ort betrunken ist und ob man nicht eine andere Streife vorbei schicken koennte und viel wichtiger einen Krankenwagen!!! Nach einer weiteren Stunde trifft endlich der Krankenwagen ein, ein Fahrer ohne medizinische Kenntnisse!!! Er beschaut die Lage und faehrt wieder weg um einen Arzt zu holen, was sich noch einmal eine halbe Stunde hinzieht. Mittlerweile ist es nicht mehr 1 Uhr nachts, sondern 3 Uhr morgens.<\/p>\n<p>Von der Polizei gibt es weiterhin keine Spur und es ist auch nich moeglich jemanden zu erreichen. Als der Arzt eintrifft bestaetigt er uns, dass der Mann tot ist und nichts mehr getan werden kann. Laut dem ecuadorianischen Gesetz muss nun ein Polizeibeamter der &#8222;Auxilio&#8220; kommen (eine Art Polizeiarzt) um den Abtransport zu organisieren und die Schuldfrage zu klaeren. Die normale Polizei darf nichts machen. Der Arzt faehrt also wieder weg um einige Telefonate zu machen, kommt um 3.30 wieder und erklaert uns, dass die Polizei verstaendigt sei und sie jemanden schicken wuerden. Das dauere aber eine weitere Stunde, die wir warten muessen. Einige Leute sind schon in andere Busse umgestiegen, da ich aber nicht noch einmal 7$ bezahlen wollte, habe ich gewartet.<\/p>\n<p>Nach einer Stunde trifft ein Beamter des &#8222;Auxilio&#8220; ein, mit zwei lokalen Beamten. Sie beschauen die Leiche und verladen sie auf das Auto. Danach beginnen die Beamten den anderen  Fahrer zu kontrollieren und fordern die Papiere des Busses an, die nicht gefunden werden koennen. Die Passagiere sind zu Recht veraergert und schreien die Beamten an: &#8222;Wenns darum geht zu helfen, seid ihr nicht aufzufinden, aber wenns darum geht Probleme zu machen, seid ihr direkt da!!!&#8220; Genau so funktioniert die Polizei hier (vielleicht sogar in der ganzen Welt).<\/p>\n<p>Um ca. 5 Uhr morgens setzt sich der Bus endlich wieder in Bewegung und ich denke der Albtraum hat ein Ende.<br \/>\nDoch nach einer weiteren Stunde stoppen wir ploetzlich und die beiden Polizeibeamten(die gleichen) erklaeren uns, dass der Bus aus irgendeinem Grund nicht weiterfahren duerfe und wir umsteigen muessten. Die &#8222;Stewardess&#8220; ist mit der ganzen Lage ueberfordert, versucht aber ihr moeglichstes.<br \/>\nMit dem naechsten Bus fahren wir nur 1 1\/2 Stunden nach Riobamba, wo wir wieder umsteigen muessen um noch einmal 3 1\/2 Stunden nach Quito zu fahren. Die Kosten uebernimmt zum Glueck die Busgesellschaft.<br \/>\nUm 12 Uhr komme ich dann, statt um 6 Uhr morgens in Quito an.<\/p>\n<p>Was mich am meisten schockiert hat waren die voelligst betrunkenen Polizisten, die einfach wieder gefahren sind, ohne zu helfen und ohne irgendeine Meldung zu machen. Dann hat es mich betroffen, dass Ambulanz, Polizei usw. einfach nicht miteinander verbunden sind und keiner vom anderen weiss. Genauso wenig gab es in dem Dorf wo wir gehalten haben, Ambulanz oder ein kleines Krankenhaus. Ich glaube nicht, dass der Mann gerettet haette werden koennen, aber zumindest haetten wir nicht 4 Stunden in der Kaelte warten muessen!! Ausserdem scheint die Busgesellschaft gar nicht mit ihren Bussen und Fahrern verbunden zu sein und scheint keine 24 Stunden Notfallbesetzung zu haben.<\/p>\n<p>Wie auch immer, ich habe die Reise mit einem kleinen Schock ueberlebt und werde jetzt noch meinen letzten Tag in Quito geniessen, bevor es morgen dann endlich nach Mexiko geht!!<\/p>\n<p>Petri heil soweit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war es soweit. Ich habe Cuenca und meine Freunde verlassen und mich auf die 9-stuendige Reise nach Quito begeben. Nach einer kleinen Abschiedsszene im Terminal bestieg ich den ungewoehnlich komfortablen und modernen Bus und begann die Reise zu geniessen. Doch die Reise sollte nicht so schoen bleiben, wie sie begonnen hat. Sie sollte sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-67","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ecuador"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67\/revisions\/79"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andre-isst-reis.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}